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Pfarrerin Amina Bruch-Cincar

Andacht

aus dem Gemeindebrief Mai 2016

Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie als Kind „Vater, Mutter, Kind“ gespielt? Bei uns Mädchen war das sehr beliebt. Besonders die Rolle der Mutter. Dann konnte man die Kinder herumkommandieren. Der Vater hatte es langweilig, der war den ganzen Tag weg und durfte nicht viel machen. Als Kind war es nur lustig, wenn man frech war, sonst hatte man sehr unter Mutter zu leiden. Die war nicht die Beste, sondern eher die Bestie.

Unsere Kinderspiele waren schon ganz weit weg von der heilen Welt einer glücklichen Familie. Aber wer hat die schon?

Man denke nur an die Heilige Familie! Fast hätte Josef die Maria verlassen, als sie mit dem Gotteskind schwanger ist. Entbindung im Stall. Später zu Hause in Nazareth wird Normalität eingekehrt sein. Jesus wächst im großen Kreis seiner jüngeren Geschwister auf. Seiner Mutter ist er nicht so liebevoll ergeben, wie man meinen möchte. Bei der Hochzeit zu Kana fährt er sie grob an, sie soll schweigen. Dann macht er doch, was sie will. (Wie ein altes Ehepaar)

Als er seinen Beruf als Zimmermann an den Nagel hängt, um fortan als Wanderprediger umherzuziehen, sind seine Geschwister zu dem Schluss gelangt, dass er den Verstand verloren haben muss. (Mk 3,21) Zusammen mit Mutter wollen sie ihn zur Vernunft bringen und melden sich vor einem Haus, in dem er gerade lehrt. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe,das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Mk 3,33-35.

Adieu, heilige Familie, was? Ist nicht Blut dicker als Wasser? Sind Verwandtschaftsbande nicht die stärksten? – Jesus sah das anders. Seine Nächsten waren die Freunde, die sich mit ihm auf die Suche nach Gott machten.

Wen zählen Sie zu Ihrer Familie? Zu denen, die Sie unterstützen oder von denen Sie Unterstützung erwarten? Wer würde Sie aus dem Krankenhaus abholen? In wessen Wohnung wischen Sie ungefragt den Tisch ab oder tragen das Tablett hinaus? Wie gut, dass wir Familie etwas weiter fassen können. Herzensgeschwister, Freunde, Paten, Nachbarn – sie gehören dazu. Manchmal mehr als die Verwandtschaft.

Unsere Familien sind komplizierter geworden. Ideal waren sie noch nie. Kinder ziehen manchmal weit weg, Patchworkkonstellationen schaffen große Netzwerke. Familie ändert sich, wird vielfältiger und bunter. Wichtig ist aber: Wir sind nicht allein. Wir haben Menschen an unserer Seite, Verwandte, langjährige Freunde, Leute, die uns brauchen und solche, auf die wir bauen. Auch in der Gemeinde erfahren wir Familie. Geschwister, die eine tragfähige Gemeinschaft bilden. Über zwei Milliarden Christinnen und Christen: unsere Schwestern und Brüder. Wir sind nicht allein.

Schön, gell?, findet
Ihre Pfrn. Amina Bruch-Cincar

[ 22.05.16 ]


Was ist Kirche für Sie?

"Andacht" aus dem Gemeindebrief 15. Feb. 2016

was ist Kirche für Sie? – Ich darf einmal schätzen: Vermutlich zunächst unsere Gustav-Adolf-Kirche, wo sie getauft und konfirmiert wurden.  ....


an der Krippe führt kein Weg vorbei!

"Andacht" aus dem Gemeindebrief 15.Nov. 2015

Von wegen, liebe Gemeinde! - Krippen haben Seltenheitswert und die ganze WerbemittelherstellerZunft kommt perfekt ohne Krippe aus. Glauben Sie nicht?  .....


Farben des Lebens - Farben der Kirche

Andacht: aus unserem Gemeindebrief vom 15. Aug. 2015

Liebe Gemeinde!

Hellblau oder rosa Wolle wird gekauft, sobald das Ultraschallbild den kleinen Unterschied preisgegeben hat. Schließlich soll beim freundlichen Blick in den Kinderwagen gleich klar sein, ob hier ein Mädchen oder ein Bübchen herumgefahren wird. Und dann?


Angedacht aus dem Gemeindebrief Februar 2015

Liebe Leserin, lieber Leser!
Wer verzichtet schon gerne auf etwas? Zum Anfang des Jahres stehen gewisse Verzichtsziele ja ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze, ebenso in der Fastenzeit. Weniger Süßigkeiten! Endlich mit dem Rauchen aufhören! Das Auto stehen lassen und Rad fahren! Nicht seine schlechte Laune an anderen auslassen! Kein Alkohol! Wem tun wir damit etwas Gutes? – Na klar: Uns selbst! Sie dienen der Selbstoptimierung. Ein noch besserer, gesünderer oder erfolgreicherer Mensch will ich werden. In der Fastenzeit kann ich es vielleicht schaffen, den Schweinehund zu besiegen. Sind ja nur sieben Wochen, das sollte doch möglich sein oder?

Dieser Verzicht hat schon etwas Sportliches, finden Sie nicht? Was es wohl mit der Passion Jesu zu tun hat, wenn ich auf den Schokoriegel verzichte, das liegt zunächst mal nicht auf der Hand. Das hieße, das Leiden Christi bis ins Lächerliche zu verharmlosen, wenn ich es in einem Atemzug nenne mit dem versagten Gläschen Wein am Abend, mit dem ich meiner Leber eine Pause gönne.

Nein, Verzicht ohne Besinnung mag zwar gesund sein, aber mehr auch nicht. Vielleicht wird andersherum ein Schuh draus. Fangen wir doch bei dem an, worauf Jesus verzichtete:

Der Verzichtende Wirklich, ich kenne einen, der verzichtete auf alle Macht, auf das Glück dieser Erde, auf eine Frau.

Der verzichtete darauf, seinen Willen durchzusetzen; verzichtete auf sein Recht. Der starb einen elenden Tod.

Wirklich, von dem wird gesprochen werden bis an das Ende aller Tage. Und dann spricht er. Reinhard Ellsel

Merken Sie was? Das ist Verzicht! Nicht für die schlanke Linie oder die gesunde Lunge, sondern für ein großes Ziel. Um dem menschlichen Holzkopf die Liebe Gottes beizubringen, hat Jesus auf seinen Willen verzichtet und ist am Ende sogar gestorben. Er hat sich nicht gewehrt, damit die Kette der Gewalt hier abbricht und Vergebung eine Chance hat.

Finden Sie das für Ihre 7 Wochen ohne zu anspruchsvoll? Wie gut, dass keiner von uns erwartet, für die Menschheit zu sterben, das hat Jesus ein für allemal getan. Aber Jesu Verzicht gehört ganz klar ins Zentrum der Passionszeit.

Wenn wir dem in der Fastenzeit nachfühlen wollen, dann schenken wir Jesus doch ein wenig von unserer Zeit. Für Stille, um Gottes Licht in uns einsickern zu lassen. Für einen Bibelabschnitt, der uns an diesem Tag begleitet. Für den Besuch eines Gottesdienstes oder einer Andacht. Lassen wir uns auf ihn ein, der für uns auf alles verzichtet hat.

Sieben Wochen mit Jesus, sind Sie dabei?
Fragt Ihre
Pfarrerin
Amina Bruch-Cincar

[ 08.02.15 ]


Angedacht - Ein Wort aus dem Gemeindebrief November-Januar 2015

Liebe Leserinnen und Leser,

„Alle Jahre wieder“, so tönt es auch in dieser Advents- und Weihnachtszeit durch Wohnzimmer und Warenhäuser. Ach du meine Güte, bald ist ja schon wieder ...


[ 10.11.14 ] >> weiter >>


Angedacht - Aus unserem Gemeindebrief vom Mai 2014

Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!

Viel Glück und viel Segen, auf all deinen Wegen, das dürfte eines der bekanntesten Lieder überhaupt sein. Das verlegen grinsende Geburtstagskind in der Mitte, umgeben von fröhlich schmetternden Gratulanten. Glück und Segen. Seltsam – was ist das eigentlich? Nun Glück, das kommt und geht, das hat man oder eben nicht. Einer kann es empfinden, ein anderer sieht alles grau in grau. Segen ist anders. Segen kommt und bleibt, er wird uns zugesprochen, ob wir nun gerade glücklich sind oder nicht. Der Segen ist von Gott. Aber was genau ist er?

In unserer Alltagssprache bleibt der Begriff „Segen“ eher diffus: Meine Putzfrau ist ein Segen. Alles Gute zum Kindersegen! Hol dir den Segen von Mama, wenn du heute ausgehen willst! Segen meint also etwas wie Gedeihen und Schutz. Etwas Gutes, für das man selbst nichts kann.

In der Kirche wird Segen konkret und handfest. Wir wünschen ihn zur Taufe, zur Trauung und zur Konfirmation. Die Aussegnung am Sterbebett ist in der Stadt immer weniger bekannt und nachgefragt, aber auch dort kommt Segen zum Tragen. Wie der Segen in der Kirche aussieht, das wissen viele: Der Pfarrer oder die Pfarrerin breitet am Ende des Gottesdienstes die Arme aus, spricht den Segen und schlägt das Kreuz. Oder – weit eindrücklicher - legt die Hände auf. Wir spüren: Die dazugehörigen Worte sind nicht einfach Worte, sondern damit wird eine Kraft übertragen. „Ich segne dich“ heißt übersetzt: „Ich übertrage auf dich die Kraft Gottes! Dein Leben soll gelingen.“

In der Bibel finden wir den Begriff „Segen“ überaus reichlich, besonders im Alten Testament. Menschen machten sich auf den Weg, um etwas Neues zu wagen und erhielten zur Stärkung den Segen Gottes. Wie eine Zusage: „Was immer auch geschieht – ich bin bei dir. Was du tust, soll gute Folgen haben. Du wirst dich ausbreiten, Einfluss gewinnen, auch wenn es zunächst anders aussehen mag. Vertrau mir!“ So wispert Gott ins Ohr des Gesegneten und pflanzt einen Keim in sein Herz: Ich bin gehalten.

Der Keim wächst und treibt aus. Er wird erwachsen. Und aus dem diffusen Vertrauen wird eine aktive Haltung: Ich kann auch ein Segen sein für andere. Wer einatmet, muss auch ausatmen. Wer nimmt, der kann auch geben. So wird aus dem Segensnehmer ein Segensgeber. Gibt es etwas Schöneres?

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Pfrn. Amina Bruch-Cincar

[ 16.05.14 ]


Angedacht - Aus unserem Gemeindebrief vom Februar 2014

Bleiben Sie jung!

Das,  liebe  Leserinnen,  liebe  Leser, las ich letzthin in einer Zeitschrift und blieb daran hängen.

Was  soll  das  denn  sein?,  fragte ich mich. Jung bleiben? Will hier einer,  dass  ich  nicht  alt  werde?  Oder geht  es  um  das  jugendliche Aussehen?  Da  aber  keine  Werbung  für Anti-Aging-Creme  folgte,  gehe  ich davon  aus,  dass  mir  der  Autor  ju- gendlichen  Schwung  wünscht.  Na meinetwegen.

Wie  ist  das  also  mit  dem  Jungsein  und  dem  Altwerden?  Wie  sah für  Sie  die  Welt  aus,  als  Sie  noch klein  waren?  Darüber  berichten  die Kindergarten-Kinder auf den bunten Mittelseiten. Wann ist einer erwachsen?, überlegt meine Tochter Alissa (20)  auf  Seite  32.  Was  hält  einen jung?, fragten wir Karl Riehling (91), der  noch  regelmäßig  arbeiten  geht, mit dem Rad fährt und alte Leute im Seniorenheim  besucht.  Es  scheint doch  am Altern  mehr  dran  zu  sein, als  sich  an  der  Anzahl  der  Jahre ablesen  lässt.  Menschen  altern  unterschiedlich  -  und  das  vom  ersten Lebenstag  an!  Womit  das  zusam- menhängt? Anselm Grün meint: Mit der inneren Jugend. Diese sei keine Frage des Alters, sondern der inneren  Haltung.  Innere  Jugend  zeigt sich  in  Lebendigkeit,  Wachheit,  Offenheit und Begeisterungsfähigkeit.

Picasso  sagte:  „Es  dauert  lang, jung zu werden.“ Jung werden ist – so  paradox  das  klingen  mag  –  ein Prozess  der  Reifung.  Es  lohnt  sich, die  Lebendigkeit  und  Offenheit  immer neu zu erwerben.

Jesus sagte: Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt  wie  ein  Kind,  der  wird nicht hineinkommen.   Mk   10,15 Jesus  fordert  gerade  uns älter  Werdende  dazu  auf, wie die Kinder zu werden.

Die Haltung     eines Kindes  ist   Offenheit.   Mit Staunen  und  Freude  Gott begegnen.  Sich  etwas  sa- gen lassen und nicht schon alles  besser  wissen.  Sich beschenken lassen. Gottes Reich will zu uns kommen. Gott  will  in  uns  Raum  ein nehmen, uns erfüllen. Dann werden wir innerlich heil und ganz.

Möchten  Sie  das  mal  ausprobieren?  Kommen  Sie  zu  unserer Osternacht.  Ja,  es  ist  eine  Zumutung,  am  Feiertag  vor  Tau  und  Tag aufstehen, um  bereits um 5.30 Uhr in der dunklen Kirche zu sitzen. Nur einige  Kerzen  brennen.  Und  dann erleben,  wie  der  neue  Tag  kommt unter  Gesängen  und  Gebeten,  wie das  Unglaublichste  berichtet  wird: Die  Auferstehung  Jesu.  Wie  einer den Schritt  vom  Tod  ins  Leben  tat, uns allen voran. Lassen Sie das auf sich  wirken,  erleben  Sie,  staunen Sie. Kommen Sie hinterher ans Osterfeuer und freuen sich: Der Herr ist auferstanden!

Bleiben Sie jung!

wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin

Amina Bruch-Cincar

[ 15.02.14 ]


Angedacht - Aus unserem Gemeindebrief vom November 2013

Liebe Leserin, lieber Leser,
Brot ist das Thema dieses Gemeindebriefes. Brot ist ein wichtiges Motiv in den Evangelien. Denken Sie an die Geschichte von der Speisung der Fünftausend (Mt 14,13-21) oder an das Gleichnis vom Sauerteig (Lk 13,20 f.): „Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen?“, wird Jesus gefragt und seine Antwort lautet: „Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.“

„Brot teilen“ wird zu einem Erkennungszeichen von Jesus. Davon erzählt eine Ostergeschichte. Es ist die Geschichte der beiden Jünger, die sich auf den Weg nach Emmaus machen (Lk 24,13-35). Der eine Jünger heißt Kleopas, wie der andere heißt, wissen wir nicht. Drei Tage ist es erst her, da wurde Jesus gekreuzigt. Der Weg von Jerusalem ist nicht weit, aber ihr Herz ist übervoll von Kummer und Verzweiflung. Sie merken nicht, wer der Mann ist, der plötzlich mit ihnen läuft, sich mit ihnen unterhält. „Bist du der einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?“, fragen sie Jesus; und sie erzählen dem Fremden davon, dass dieser Gekreuzigte ihre Hoffnung war. Jesus antwortet ihnen in ihre Verzweiflung hinein; „Warum versteht ihr das nicht? Die Propheten haben doch alles schon längst verkündet. Der Christus musste leiden und aus dem Leiden seine Herrlichkeit gewinnen.“ Doch noch sind die Augen der Jünger wie verbunden.

Als sie in Emmaus ankommen, bitten sie den Fremden zu bleiben. Sie setzen sich an den Tisch. Jesus nimmt das Brot, spricht ein Dankgebet, bricht es und teilt es mit ihnen. Da werden ihre Augen geöffnet und sie erkennen ihn. Hoffnungslos waren sie losgelaufen. Der Tod verdunkelte alles. Nur einen kleinen Moment später ist alles anders: er ist nicht tot, er ist da.

Der eine Jünger in dieser Erzählung hat keinen Namen. Lesen wir es als Einladung, selbst seinen Platz einzunehmen. Wir dürfen die Gemeinschaft und den Trost auf diesem Weg miterleben. Vor uns liegen die stillen Tage des Novembers, der Buß- und Bettag und der Ewigkeitssonntag. Wir hoffen auf eine Welt ohne Schmerz und Tod, ohne Trauer und Angst. Macht euch bereit verkündet uns das Evangelium, Gott hat den Tod und das Leid überwunden. Wir dürfen darauf hoffen, dass Christus uns in unserer Trauer begleitet, genauso wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus.

Und dann kommt die Adventszeit: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit! Bis wir einstimmen können in den Weihnachtsjubel: „Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren!
Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen
Claudia Biester, Vikarin

[ 15.11.13 ]



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