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Pfarrerin Amina Bruch-Cincar

Andacht

Liebe Leserinnen und Leser,

als Kind habe ich Sonntage gehasst. Als ob einer die Pausentaste gedrückt hätte.  Was gab es? – Kindergottesdienst, dann Familienversammlung beim Mittagessen (ewig!) und dann Langeweile, Stillstand, keiner da zum Spielen. Sonntags konnte man sich nicht verabreden, da hatten eben alle Familientag.

Ist man erst mal selbst berufstätig, sieht der Sonntag schon ganz anders aus. Heute freue ich mich auf den freien Tag. Das mag sich merkwürdig anhören bei jemandem, der ja nun verlässlich am Sonntag Dienst hat. Aber die Vorbereitungsarbeit ist ja längst abgeschlossen und so bleibt der Gottesdienst als Zeit zum Feiern, Zeit für die großen Themen, Zeit für Gemeinschaft, das Singen mit anderen, Brotbrechen und die Schönheit der Liturgie.

Auf einen freien Sonntag freue ich mich natürlich auch, aber wenn ich einfach zu Hause bleibe, ist er seltsam leer. Da fehlt etwas. Etwas Besonderes ist es, als Besucherin in einer anderen Gemeinde zu sein, zuzuhören, sich beschenken zu lassen von der Ruhe, den Gedanken, die sich ein anderer für mich gemacht hat. Ich freue mich an der Musik, die jemand für mich eingeübt hat und nun an der Orgel spielt.

Nach all der Gottesdienstschelte, die zu hören und zu lesen ist, möchte ich mich als Fan bekennen. Wir leisten uns eine große Qualität, jeden Sonntagvormittag. Eine studierte Theologin hält die Predigt. Man lässt sie in der Gemeinde wohnen, damit sie weiß, was die Gemeindeglieder bewegt. Ein studierter Musiker sorgt an der Orgel für hochklassige Livemusik. Der Kirchenraum ist sorgfältig gestaltet, durchdacht und lichtdurchflutet. 

Und das Beste: Wir reden nicht über dies und das, sondern über Gott und unser Leben, über unser Woher und Wohin. Unsere Ängste und das, was uns freut. Nicht trocken und theoretisch, sondern mit Brot und Wein, mit dem Wasser der Taufe, mit Groß und Klein.

Ja, Familientag ist auch. Mit Gesprächen und gutem Essen. Auch Zeit, Freunde zu treffen oder ein Konzert zu besuchen. Heute mag ich die Pausentaste. So ist Sonntag!

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Pfrn. Amina Bruch-Cincar

11.08.18 « zurück