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Andacht

Liebe Leserinnen und Leser, 

wissen Sie noch, wie Sie an der Hand der Mama bei Verwandten zu Besuch waren und diese ein Riesengeschrei veranstalteten: „Wie bist du so GROSS geworden! Das letzte Mal warst du noch so (Hand an die Tischkante) klein!“ Ja, sensationelles Wachstum war damals kein mühevolles Klein-klein, sondern quasi eingebaut.

Wachstum ist gut, das haben wir gelernt. In der Wirtschaft ermöglicht es den Wohlstand und sorgt für Arbeitsplätze. Im Privaten freuen wir uns wie die Schneekönige, wenn im Garten die Pflaumen schön dick werden oder die Zucchini Rekorde aufstellen. Es ist schön, wenn in der Familie Kinder zur Welt kommen und die Mühen der Arbeit sich auch am Kontostand widerspiegeln.

Wenn alle einigermaßen gesund sind und gut über die Runden kommen. Das sind die Dinge, die wir am Erntedankfest zur Sprache bringen.

Gott danken dafür, dass es uns gut geht und darum bitten, dass dies auch weiterhin so ist. Hört sich das für Sie banal an? Könnte man finden. Aber auf diesen Pfeilern ruht unser Leben. Darum erfreut sich das Erntedankfest großer Beliebtheit.

Schneller, höher, weiter, das ist es also? Und was ist mit denen, die da nicht mitkommen? Die nicht klug und reich, nicht jung, gesund und schön genug sind? Zeigt sich Gottes Segen möglicherweise direkt in unserem Wohlstand? Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass Gott die Kranken und Armen weniger liebt und segnet. Manche USamerikanischen Kirchen haben gar kein Problem, solche Schlüsse zu ziehen. Mich schüttelt es da Jesus selbst hat ja ein völlig anderes Bild abgegeben, als er sich den Behinderten, Verachteten zweifelhaften Existenzen zugewandt hat und selbst einer von ihnen geworden ist, als er für uns ans Kreuz ging.

Nein, Gott steht auf der anderen Seite bei den Mühseligen und Beladenen. Vielleicht sind Sie ja auch in gewisser Hinsicht eine Beladene, ein Mühseliger? Ich meine direkt, Ihr Seufzen zu hören. Da drücken Sorgen um die Zukunft, die Last des Alleinseins, eine ungeliebte Arbeit oder verfahrene Konflikte.

Wo soll da Wachstum sein? Wo entfaltet sich da Gottes Samenkörnchen? Wie kann ich den Boden bearbeiten, dass etwas wachsen kann? Vielleicht, indem ich erst einmal anerkenne, dass Gott mich gesegnet hat mit seiner unbedingten Liebe. Für jemanden wie mich ist Jesus ans Kreuz gegangen. Wow! Was jetzt beginnt, das ist kein Teufelskreis, nein das ist ein Engelskreis.

Was Gott für mich getan hat, macht mich dankbar. Und in dieser Dankbarkeit empfinde ich Glück. Und das Glück öffnet mir die Augen für Gottes große Taten und - schwupps - ist der Kreis geschlossen, und ich werde neu dankbar.

Was halten Sie von diesem Wachstum? Von der Entwicklung hin zum wachsenden Vertrauen in Gott? Paulus macht uns dazu Mut:

Lasset uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Eph 4,15

In diesem Sinne grüßt Sie Ihre Pfarrerin Amina Bruch-Cincar

15.08.17 « zurück