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Andacht

Liebe Leserinnen und Leser, 

haben Sie schon Pläne für den Sommer? Geht es ans Meer oder in die Berge? Möchten sie eine interessante Stadt besichtigen oder lieber Ihre Ruhe haben? Manch einer bleibt sowieso am liebsten daheim, entweder, weil das Geld sonst nicht reicht oder weil man hier auch prima entspannen kann.

Aber irgendwie lockt es einen im Sommer doch raus, finden Sie nicht? Wenn´s draußen trübe vor sich hin nieselt, ist es schön, das Sofa zu belagern. Aber wenn die Sonne scheint und man kurzärmelig gehen kann, muss ich vor die Tür. Was man da erleben kann, davon erzählt diese Nummer des Gemeindebriefs. Von Fahrradreisen oder Ruderwanderfahrten, ja auch von Kreuzfahrten und vielem mehr ist zu lesen.

Steht eigentlich etwas in der Bibel zum Thema „Reisen“? Ich denke, da stimmen mir alle zu: In der Antike war das Reisen eine Zumutung. Da war einmal die Migration: 40 Jahre Wanderung durch die Wüste mit Mose waren sicher kein Vergnügungsausflug. Dann gab es die Pilgerreisen, etwa nach Jerusalem zum Tempel, um dort Opfer zu bringen. Das stelle ich mir schon deutlich erfreulicher vor: Zusammen mit allen Erwachsenen des Dorfes unterwegs sein, dem 12-jährigen Jesus hat sicher besonders gefallen, mit den anderen Jugendlichen zu wandern, bevor er sich dann im Tempel mit den Schriftgelehrten festgequatscht hatte. Dann muss natürlich der Apostel Paulus genannt werden. Er reiste – meist zu Fuß – insgesamt ca. 16.000 Kilometer durch den gesamten Mittel meerraum. Er erlebte Seenot, Gastfreundschaft, Prügel und Kerkerhaft.

Trotz seiner Rekorde hört sich das nicht nach purer Reiselust an. Er war eben – wie die Blues-Brothers – im Auftrag des Herrn unterwegs. Fassen wir zusammen: Wer reiste, hatte einen triftigen Grund dafür und war kein Abenteurer. Ich wage zu behaupten, dass die meisten am liebsten daheim geblieben wären.

Heute denken wir eher, dass man manche Dinge in der Welt einfach gesehen haben MUSS: Den Eiffelturm, den Petersdom, das Brandenburger Tor oder schlichtweg das Meer.

Naja. Kann man sich ja auch auf Bildern ansehen ohne Kosten und Mühen, gell? Was mir aber beim Reisen sehr einleuchtet, ist, die Komfortzone des Vertrauten einmal zu verlassen. Mit leichtem Gepäck die Welt erkunden.

Mal zu gucken, wie man anderswo so lebt. Es gefällt mir, über die Natur zu staunen. Wie schön Gott das alles hingekriegt hat. Geht es Ihnen auch so? Da durchzieht einen ein tiefer Atemzug bei Anblick der Berge oder der weiten See. Und schon hat man den Eindruck, dem lieben Gott an der Brust zu liegen und dass es gar nicht schöner sein kann.

Ja, Sie haben Recht, dazu genügt oft auch ein Spaziergang an den Main, eine Radtour in die Umgebung, ja der eigene Garten. Eine gesegnete Sommerzeit mit vielen dankbaren Eindrücken von der Schönheit der Schöpfung

wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Amina Bruch-Cincar

20.05.17 « zurück