Hilfe Schriftgroesse
Datenschutz
Impressum Kontakt

Startseite Andacht Über uns + Gottesdienst Gruppen Bilder

Suche:

«« zurück


Andacht

Liebe Leserinnen und Leser,

was gehört zu Ihrer täglichen Lektüre? Die Offenbach Post? Die Bild-Zeitung? Der Börsenbericht? Das Fernsehprogramm oder die Losungen? Viel gibt es nicht, was wir uns täglich zu Gemüte führen. Die meisten haben beruflich so viel um die Ohren, dass für´s Lesen oft wenig Zeit bleibt.

Jetzt die Frage, die in einem Gemeindebrief kommen muss: Wie hältst du´s mit der Bibel? - Hm, ich hab da eine…irgendwo. Damals von der Konfirmation oder zur Eheschließung. Reingeguckt habe ich noch nie. Ja, liebe Leser, das meistgedruckte Werk der Welt ist leider nicht das beliebteste. Nur kleingedruckter Text, keine Bilder, keine fetzigen Überschriften. Man hat´s nicht leicht als Neu-Leser. Wie geht man bloß heran an diesen fetten Wälzer? Schwer Entschlossene nutzen die Hauruck-Methode und lesen das 1300-Seiten Ding ungerührt von vorne bis hinten durch. Gibt es selten, ist auch nicht sooo toll.

„Nimm und lies“, war das Motto des späteren Kirchenvaters Augustinus. Er schlug die Bibel willkürlich irgendwo auf, deutete blind auf eine Stelle und las sie dann als Schicksalssatz, quasi wie ein Orakel. Naja, auf diese Weise kann man auch das Horoskop lesen. Zusammenhänge begreift man so natürlich nicht.

Vorschlag: Wo Sie doch schon eine Bibel besitzen, könnten Sie doch mal etwas Zeit mit ihr verbringen, was meinen Sie? Immerhin besteht sie aus 66 einzelnen Büchern, die in einem Zeitraum von 1100 Jahren niedergeschrieben wurden, da sollte sich doch ein Buch finden, das auch Ihnen etwas bedeuten wird. Hier kommen meine Leseempfehlungen: • Das Lukas-Evangelium beginnt so schön bekannt mit der Weihnachtsgeschichte und endet mit Himmelfahrt.

• Lukas-Evangelium, 2. Band, das ist „Die Apostelgeschichte“. Richtig spannende Abenteuer der Jünger nach Jesu Himmelfahrt. • Das 1. Buch Mose: Schöpfung, Turmbau zu Babel, Noah, Abraham und vieles mehr: Weltliteratur! • Das 2. Buch Mose: Auszug aus Ägypten, so war das also mit Manna und Wachteln! • Das Buch Rut: Familiensaga Jesu und: nur 4 Seiten lang! • Der Prophet Jona (genau: der mit dem Wal), was zum Mitfiebern, superkurz, keine Kindergeschichte. So weit erst mal. Wenn Sie das durch haben, melden Sie sich. Dann bekommen Sie die nächsten Empfehlungen. Sie haben keine Bibel? Kommen Sie zu mir, ich schenke Ihnen eine!

Martin Luther hat die Bibel in die Volkssprache übersetzt, damit sie jeder lesen – und mitreden kann, wenn es um Fragen des Glaubens und der Lebensführung geht. Dies prägte den Begriff des „Priestertums aller Gläubigen“, der Mündigkeit aller Christen. Wie schön wäre es, wenn wir unser 500. Reformationsjubiläum dazu nutzen: Uns selbst schlau zu machen in der Bibel, uns eine Meinung zu bilden und die Freiheit im Glauben wahrzunehmen. Dies wünscht sich und uns

Ihre Pfrn. Amina Bruch-Cincar

09.02.17 « zurück